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Die 9A auf Buchenwaldfahrt

Die 9A auf Buchenwaldfahrt
Das Konzentrationslager Buchenwald: Außer Zaun und Tor ist wenig geblieben

Von Dan Ioffe und Irem Tanatar (Fotos)

Jedes Jahr besucht die Stufe Neun das Konzentrationslager Buchenwald und hält damit die Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten aufrecht. Nach monatelanger Vorbereitung im Unterricht ging es für die 9A also am 22. März in das rund 370 Kilometer entfernte Weimar, Thüringen. Nach einer langen Busfahrt wurden zunächst die Zimmer in der ehemaligen SS-Kaserne und heutigen Jugendherberge bezogen. Viel Zeit blieb aber nicht und nach dem Mittagessen ging es für die Jugendlichen in zwei Gruppen auf das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers. 

Das Krematorium (Foto: Archiv / unsplash)

Eindrücklich, aber sachlich erklärte der Mitarbeiter den Schülerinnen und Schülern wie die Unterdrückungsmaschinerie der Nationalsozialisten funktioniert hat. Die Schüler folgen dem Weg, den auch die Häftlinge beschritten haben. Begonnen am Verladebahnhof an dem die Transporte aus und in das Vernichtungslager Auschwitz organisiert wurden, denn Buchenwald selber war ein Arbeitslager, in dem die Häftlinge bis zum Tode in der Rüstungsindustrie arbeiten mussten. Über den Carachoweg, an dem die Häftlinge von der SS mit Gewalt in das Lager getrieben wurden. Auf den ersten Blick ist vom Lager selber außer dem Tor und hochgespanntem Stacheldraht nicht mehr viel geblieben. Der Gruppenleiter nutzt das Fundament der abgerissenen Baracken aber, um mit Bildern und Bioagrafien die Situation im ehemaligen Lager zu beschreiben. Als die 9A die Fahrt zurück in Bonn bespricht, erinnern sich viele an ein Beispiel: Ein Mann, der in das Konzentrationslager kam, weil er Zeuge eines Motorraddiebstahls gewesen ist. Die zynische Inschrift „Jedem das Seine“ am Lagertor verdeutlicht die abscheuliche Ideologie der Nationalsozialisten. Ein Blick links der Inschrift, die jeder Häftlinge beim Appell lesen konnte, sieht man den Schornstein des Krematoriums. 

Inschrift am Lagertor: „Jedem das Seine“ (Foto: Irem Tanatar)

Im gut gestalteten Museum sehen die Neuntklässler wie ausführlich der Völkermord vom Nazi-Regime dokumentiert wurde und bekommen Gegenstände, Kleidung und Dokumente aus der Zeit zu sehen. Vollständig erhalten, wird der Besuch des Krematoriums vielen noch lange im Gedächtnis bleiben und hinterlässt einen großen Eindruck bei der Gruppe. Aber auch der Zoo, den das Lagerkommando direkt neben den Häftlingen für die SS-Männer und ihre Familien errichten ließ, wird besucht.  

Appellplatz vor dem Lagertor (Foto: Archiv / unsplash)

Nach mehr als fünf Stunden auf dem Gelände, endet die Führung am Appellplatz vor dem Lagertor, an einer Platte. Diese ersetzt ein provisorisches Denkmal, welches die Häftlinge direkt nach ihrer Befreiung errichtet hatten. Diese Platte ist auf 37 Grad erhitzt, die menschliche Körpertemperatur, dass was alle Menschen gemeinsam haben. Der Mitarbeiter der Gedenkstätte spricht über den Buchenwaldschwur, über die Entstehung des Denkmals. Er appelliert besonders eindrücklich aus der Geschichte zu lernen, für den Frieden einzutreten, noch bevor es zu solchen Lagern kommt. Er erinnert aktuell an den Buchenwald-Überlebenden Boris Romaschenko, der im Ukraine-Krieg durch ein russisches Geschoss getötet wurde. Das Bedrückende dieses Ortes, sagt der Gruppenleiter, solle man dort lassen, aber die Lehren solle man mitnehmen und verwirklichen. 

Gemeinsam mit der ganzen Klasse wird das Erlebte noch nachbesprochen. Diese ist sich einig: So etwas darf nicht wieder passieren.

Dan Ioffe

Chefredakteur der KalkuhlSZ

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