Ein Interview mit Herr Drescher

Ein Interview mit Herr Drescher
Schulleiter am Kalkuhl, Ulrich Drescher, Foto: Luisa Kirchrath / KalkuhlSZ

Von Johanna Berkner, Luisa Kirchrath und Ellen Siewert; Interview von Anfang November

Wie sind sie Schulleiter geworden?
Schulleiter bin ich 2008 geworden, ich war vorher Lehrer am PÄDA auf der anderen Rheinseite und dann ergab sich, dass am Kalkuhl die Stelle eines Schulleiters ausgeschrieben wurde. Ich habe davon erfahren und habe mich dann hier vorgestellt. Auf diese Weise bin ich dann hier Schulleiter geworden.

Wollten sie schon immer Schulleiter werden?
Nein, ich denke, wenn man als junger Lehrer anfängt, hat man nicht im Kopf, Schulleiter zu werden. Das ergibt sich dann im Laufe des Dienstlebens oder der Dienstjahre, die man dann unterrichtet, und man dann, denke ich weitere Aufgaben gerne annimmt. Irgendwann ist dann die Aufgabe des Schulleiters eine sehr spannende und interessante Perspektive.

Warum wollten sie Schulleiter am KALKUHL werden?
Das Kalkuhl ist genau wie das PÄDA eine Privat-Schule und es ist eine Schule die von einer Familie geführt wird. Damals als ich ans PÄDA kam, das war 1990, da war es für mich auch klar, dass es eine sehr gute Situation ist, an einer Privat Schule zu sein weil es da ein bisschen mehr Möglichkeiten gibt, sich zu engagieren. Auch weil man eine viel größere Freiheit hat. Man ist zwar auch eine anerkannte Ersatzschule, wird zwar wie alle anderen Schulen auch von der Bezirksregierung kontrolliert und hält sich an die Vorgaben, das ist richtig, aber alles, was intern in der Schule gemacht wird, ist von einer großen Freiheitlichkeit geprägt, das fand ich besonders toll. Dann hab ich gesehen das, dass Kalkuhl genauso eine familiengeführte Schule wie das PÄDA ist und das war dann ideal für mich.

Welche Fächer unterrichten sie am Kalkuhl?
Ich unterrichte Deutsch, evangelische Religion und Kunst.

Wie sieht ihr Job im Moment aus? Was hat sich seit Covid-19 verändert?
Alles! Ich habe das Gefühl, dass wirklich alles sich verändert hat. Das fängt schon damit an, dass man morgens aufwacht und man denkt, was kommt heute wieder. Was gibt es neues in Richtung Corona? Früher bin ich aufgewacht, habe überlegt, ja du hast jetzt zwei Stunden Deutsch und eine Stunde Kunst. Und dann hast du die und die Gespräche. Und das zu tun als Schulleiter. Das war immer auf Schule, auf das was normal ist bezogen und heute, wenn ich heute aufwache denke ich, haben wir heute einen neuen Coronafall, ob es irgendwelche neue Schulmail, gibt es irgendwelche neuen Hygienevorschriften, haben wir wirklich an alles gedacht, können wir uns noch verbessern, diese Fragen kommen dann auf.

Was würden sie bei einen weiteren Lockdown verändern?
Also ich sag mal, wir können gar nicht so viel verändern als wir es im März gemacht haben. Lockdown heißt, wir gehen in den Distanzunterricht.
Dieses Mal sind wir dann auch wieder mit Moodle, genauso wie letztes Mal gut aufgestellt. Alle Schüler wissen das, dass zu bedienen ist, und alle Lehrer wissen das auch, die üben daran. Und wir könne auch Zoom Konferenzen machen, also wenn wir wieder in der Schule mit dem Distanzunterricht sind, all diese Dinge sind eingeübt und deswegen wird der zweite Lockdown uns also nicht unvorbereitet erwischen und wir werden dann eine deutlich höhere unterrichtliche Erfolgsquote haben. Insofern ist es nicht so schlimm, schlimm ist es trotzdem, weil wir natürlich Schule am liebsten so hätten, wie wir sie kennen.

Wie gut sind wir auf Homeschooling vorbereitet?
Der Distanzunterricht ist ja Homeschooling… Ich denke wir sind gut vorbereitet, das würde ich schon sagen. Soviel besser als noch vor ein paar Monaten und sicherlich gibt es hier und da auch noch Wünsche oder Verbesserungsvorschläge, auch aus dem Kollegium. Um für seine Schule die richtige Art von Distanzlernen zu finden, muss man doch einige Arten ausprobieren, wie zum Beispiel der Unterricht auf Zoom oder die Arbeit mit Moodle.

Es wird immer kälter, wird trotzdem weiter konsequent gelüftet?
Es ist wichtig, dass wir das machen, alle 20 Minuten, wie ich es auch schon geschrieben und gesagt hatte, euch und euren Eltern. Wir müssen unsere ganze Kleidung auf den „Zwiebellook“ spezialisieren. Wir müssen uns darauf einrichten, dass jeder sich so anzieht, dass er eine solche Lüftungsaktion unbeschadet übersteht. Alle 20min muss das halt mal sein. Wir können da aber nicht drauf verzichten.

Wie schätzen sie Covid ein, was wird im Winter schwerer?
Also ich denke, dass die Fallzahlen weiter steigen werden, es ist vollkommen klar, das Virus freut sich über die Kälte und über alle, die nachlässig werden, was diese Coronaschutzbedingungen betrifft. Das sehe ich auch bei uns, ich musste bisher eigentlich noch keinen Schüler ermahnen, doch alles was außerhalb unseres Schulgeländes stattfindet, entzieht sich meiner Kenntnis.

Vielen Dank für das Interview!

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KalkuhlSZ

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