EM: Und alles wird politisch

EM: Und alles wird politisch
Die Allianz Arena in München: Nicht in Regenbogenfarben

Es ist wieder EM. 83 Millionen Virologen sind zu 83 Millionen Bundestrainern mutiert und Deutschland ist im Achtelfinale gegen England ausgeschieden. Underdog Schweiz hat Weltmeister Frankreich geschlagen und ist dann knapp an Spanien gescheitert. Und zur Stunde siegt England gegen die Ukraine und steht gegen Dänemark im Halbfinale.

Werte sind gut, Profit ist besser

Soweit zum Sportlichen. Mehr Nachrichten als zur beendeten Karriere von Jogi Löw gibt es nur über die UEFA und die Regenbogenfarben. Was ist passiert? Münchens Stadtrat hatte zum Gruppenspiel Deutschland gegen Ungarn bei der europäischen Fußballunion UEFA beantragt, die Allianz Arena in Regenbogenfarben aufleuchten zu lassen, um auf ein in Ungarn verabschiedetes homophobes Gesetz aufmerksam zu machen. Man könnte meinen, der Dachverband würde den Antrag mit Freuden annehmen, solidarisiert er sich doch gerne mit der LGBTQ+ Bewegung und zeigt die Offenheit des europäischen Fußballs mit zig Trikots und Armbinden. Aber: die UEFA hat den Antrag abgelehnt, Fußball dürfe nicht politisch werden. Die UEFA zeigt eben nur Haltung, wenn man damit keine Sponsoren oder gar Länder verärgert. Profit ist eben besser als für Werte einzustehen.

Und alles wurde politisch. Eine empörte Masse überschwemmte das Internet, auch die Kalkuhler Schülervertretung zeigte sich verärgert. Seitdem reißen die Schlagzeilen nicht ab, Nachrichten von Ermittlungen gegen Deutschlands Nationaltorwart Neuer wegen seiner Regenbogenbinde, Verbote und Wegnahmen von Regenbogenflaggen im Stadion werden weltweit gelesen und geteilt. Die UEFA hat genau das erreicht, was sie nicht wollte: eine politische EM.

Dan Ioffe

Chefredakteur der Schülerzeitung am EKG. Leiter Ressort Social Media / Politik und Nachrichten.

2 Gedanken zu “EM: Und alles wird politisch

  1. sehe ich ähnlich wobei ich glaube das der antrag einfach abgelehnt werden musste. Nicht weil Regenbogen an Sich politisch sind sondern weil die Begründung politisch war

  2. Was will man auch von der uefa erwarten. Aber hauptsache danach ihr Logo färben. Lächerlicher verein

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