Nicht handeln, ist auch eine Handlung.

Nicht handeln, ist auch eine Handlung.
Plastikmüll im Meer

Kalkuhl. In der vergangenen Woche führte die Schülervertretung (SV) in den Klassen fünf bis neun die sogenannte »Zero-Waste Challenge« (deutsch: Null Abfall) durch. Die Klassen waren dazu aufgerufen Plastikmüll ausschließlich in einem dafür vorgesehenen, im Klassenraum aufgehängten Müllbeutel zu entsorgen. Was war das Ziel der Aktion? Was war das Ergebnis? Und: was bringt so eine Challenge?

Zero-Waste Challenge, das ist keineswegs etwas, was die Schule erfunden hat. Seit Jahren gibt es diese Aktionen, mal als einmalige in Organisationen, mal als Lebensstil von Menschen. Das Ziel, immer gleich: Möglichst wenig Abfall produzieren, weniger konsumieren. Dafür hängen in den Klassen fünf bis neun – etwas ironisch – Plastiktüten. In diese soll der ganze Müll den wir alle im Alltag produzieren hinein. Wieso? Zum Start der Aktion teilte die SV mit, das Ziel sei „möglichst wenig Müll im Alltag zu produzieren und somit die Umwelt zu schützen.“ Dafür sei es nötig, „sich der Menge an Plastik in unserem Alltag bewusst zu werden und nach Alternativen zu suchen.“

Umweltschädliche Plastikflaschen

Der Hintergrund der Aktion ist ernst: Millionen Tonnen von Plastik belasten das Meer und die dort lebenden Lebewesen schwer, Millionen von Tonnen kommen jedes Jahr dazu. Das Plastik gefährdet Arten und tötet Tiere. Wasserunlösliche Kunststoff-Mikropartikel schädigen Meeresorganismen und könnten auch für menschliche Zellen gefährlich sein, befürchten Wissenschaftler.[1]

SV: Nicht handeln, ist auch eine Handlung.

Das Ziel ist ein Verständnis der Schüler für die Umwelt und dessen Schutz durch ein nachhaltigeres Leben. Die Challenge soll uns Schülern helfen das eigene Konsumverhalten zu erkennen/untersuchen und wenn möglich zu verändern, sobald klar ist, dass zum Beispiel zu viel unnötiger Plastikmüll im eigenen Alltag entsteht. Das Bewusstsein und Wissen muss in der Schule vermittelt werden, damit neue Ideen entstehen und wir uns gemeinsam für eine saubere Zukunft einsetzen können.

So solle sich jeder klar werden, dass nicht alles recycelt werde. „Jede Plastiktüte ist eine zu viel in unseren Weltmeeren und es liegt an uns etwas an unserem Verhalten zu verändern, auch wenn es noch so unbedeutend erscheint“, teilte die SV mit. Das Motto sei »Nicht zu handeln ist auch eine Handlung«.

Kaum Müll gesammelt

Für die Challenge gebe es keinen Gewinner, es sei eine Art Selbstexperiment und solle dazu anregen auch den Müll zu Hause zu reduzieren und eventuell sogar eine eigene Challenge durchzuführen, so die SV. Bei vielen Klassen sei wenig bis gar kein Müll zusammen gekommen, genaue Zahlen gebe es nicht. Für die nächste SV könne es sich lohnen die Challenge nochmal zu machen, wenn das Lädchen wieder offen habe, dann würde der Konsum in der Schule deutlicher, teilte die im Sommer scheidende SV auf Anfrage mit.

Mit Blick auf das Lädchen werde man sich noch in diesem Jahr für einen nachhaltigeren und umweltfreundlicheren Kiosk einsetzen. Der Schritt sei aus Sicht der Schülervertretung „unbedingt notwendig“.

Symbolpolitik, aber die Botschaft zählt.

Was bringt die Challenge? Wer hätte es gedacht – eine Woche Challenge wird die Meere nicht retten. Dafür braucht es eine politische Lösung. Auch wenn keine Zahlen vorliegen, etwas verändert haben dürfte die Aktion als solche nicht. Trotz einiger Probleme bei der Umsetzung – nicht zuletzt fragt sich mancher Schüler, wie sein Müll in die Tüte gehen muss, wenn diese in der Klasse hängt, während der Raum gewechselt wird, hat die SV hat auf jeden Fall verstanden worum es geht: Es braucht eine schnelle Lösung für die schwere Umweltschädigung, die eine Folge unserer Konsumgesellschaft ist. Und die Lösung beginnt bei jedem Einzelnen, der seinen Konsum hinterfragt. Das sollte die Botschaft sein, egal wie viel Müll jetzt am Ende gesammelt wurde.

Von Dan Ioffe. Dieser Artikel ist Teil unser Green-Week Aktion. Eine Woche veröffentlichen wir Beiträge zum Klima- und Umweltschutz.

Dan Ioffe

Chefredakteur der Schülerzeitung am EKG. Leiter Ressort Social Media / Politik und Nachrichten.

1 Gedanke zu “Nicht handeln, ist auch eine Handlung.

  1. Sehe ich ähnlich. die Aktion der SV hätte etwas gebracht wenn man auch sagen würde worum es geht

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