Quarantäne statt Tests für Reiserückkehrer!?

Quarantäne statt Tests für Reiserückkehrer!?

Kam man aus einem Risikogebiet und konnte kein negativen Test vorlegen musste man einen Corona Test machen. Erst vor kurzem wurde diese Regelung eingeführt, um die Chance zu minimieren, dass das Coronavirus aus sogenannten „Risikogebieten“ nach Deutschland gebracht wird. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat aber ein neues Konzept vorgeschlagen. Demnach sollen alle Reiserückkehrer sofort in Quarantäne geschickt werden. Nur durch ein negatives Testergebnis, welches frühestens nach 5 Tagen (nach Anreise) gemacht werden kann, kann diese beendet werden.

Dem Vorschlag zufolge, sollen nach Ende der Sommerferien in ganz Deutschland, die Regeln für die Rückkehr aus Risikogebieten überarbeitet werden. Die Ferien in Baden Württemberg enden erst Mitte September, bis dahin müssen wir noch abwarten.

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte am Montag, dass die Labore aktuell stark belastet seien und ihre Grenzen erkennbar werden. „Klar ist auch, wenn wir wochenlang Volllast fahren in dem Bereich, werden wir Material- und Personalprobleme bekommen.“ Demzufolge muss die Teststrategie angepasst und verbessert werden. Pro Woche sollen dem Sprecher zufolge momentan rund 875.000 Corona-Tests gemacht. Die Labore hätten eine theoretische Kapazität von rund 1,2 Millionen.

Die Berliner Gesundheitssenatorin und derzeitige Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz der Länder, Dilek Kalayci,sagte, dass durch den immensen Anstieg an Reiserückkehrern die Kapizitäten der Tests beinahe zu ausgeschöft wären. Ihren Angaben zufolge herrscht in den Laboren Materialknappheit. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte am Wochenende bei Twitter geschrieben, dass den Laboren Chemikalien und Stoffe, die man für den Test braucht (sogenannte Reagenzien) und bestimmte Kunststoffteile ausgingen.

Diskutiert wurde zuletzt auch über die Kosten der Tests. Ministerpräsidenten aus verschiedenen Bundesländern kritisierten, dass diese für Urlauber, aus Risikogebieten kostenlos sind. Was noch unklar ist, ist ob die von Spahn vorgeschlagene Maßnahme auch hier greifen soll.

Seit Ende Juli können Urlauber sich kostenlos auf Corona testen lassen. Reisende, die aus einer zum Risikogebiet erklärten Region kommen, müssen seit dem 8. August sogar hingehen, wenn sie keinen negativen Test vorweisen können. Auch das ist bisher kostenlos.

Die Beratungen der Gesundheitsminister gehen der geplanten Videokonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder am Donnerstag voraus. Der Beschluss wird spätestens dann gefällt.

Den rasanten Anstieg an Corona Fällen in Bayern machen ein einheitliches Vorgehen der Länder erforderlich. „Wenn es keinen verbindlichen Rahmen gibt, gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass wir die negative Entwicklung bei Corona nicht mehr verhindern können“, sagte Ministerpräsident Markus Söder in München. Deshalb ist es notwendig, dass sich Bund und Länder am Donnerstag wenigstens auf gemeinsame Mindeststandards, einigten. Als Beispiele nannte er die Maskenpflicht, die Höhe von Bußgeldern und erlaubte Personenzahlen für private und öffentliche Veranstaltungen.

Der CSU-Chef kündigte für Bayern eine Bußgeld-Erhöhung und mehr Kontrollen an. „Wir werden den Bußgeldkatalog auf 250 Euro im einmaligen Fall und bis 500 Euro bei mehrmaligen Verstößen anheben.“ Für Verstöße gegen Quarantäneauflagen sollen 2000 Euro fällig werden. Die neuen Bußgelder sollen von Dienstag an gelten.

In Regionalzügen und S-Bahnen in Nordrhein-Westfalen wurde am Montag verstärkt die Einhaltung der Maskenpflicht kontrolliert. Laut Landesverkehrsministerium soll vom jeweiligen Bahnpersonal nach Maskenverweigerern gesucht werden, die dann an die Bundespolizei übergeben werden. Seit dem 12. August zahlt man 150 Euro beim Verstoß gegen die Mund und Nasenschutz Regelung.

Wegen unmengen an Verstößen gegen die Maskenpflicht auf Innenstadt-Bahnhöfen will die Deutsche Bahn vor allem Abends ihre Kontrollen verstärken. „Maske tragen ist keine unverbindliche Empfehlung, sondern Pflicht. Es ist deshalb für uns nicht hinnehmbar, wenn sich Einzelne nicht an die Regeln halten“, teilte der Bahn-Sicherheitschef Hans-Hilmar Rischke der dpa am Montag mit. „Wir erhöhen daher gezielt unsere Präsenz von Sicherheitskräften.“

Quelle: BMG ( Bundesministerium für Gesundheit )-Pressekonferenzen, Generalanzeiger

Sende
Benutzer-Bewertung
0 (0 Stimmen)

Leon Ioffe

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.