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Russisches Gas: Q2-Kampagne fordert zu Verzicht auf

Russisches Gas: Q2-Kampagne fordert zu Verzicht auf

55 Prozent des nach Deutschland importierten Gases stammen aus Russland. Immer häufiger wird ein Importstopp gefordert. Denn mit dem Geld werde Putins Kriegskasse gefüllt, so die Kritik. Die Bundesregierung aber warnt vor schweren Folgen eines solchen Stopps, etwa Arbeitslosigkeit. Sie will sich unabhängig machen vom russischen Gas, Wirtschaftsminister Habeck verkündete bereits Fortschritte und reiste im März nach Katar, um neue Lieferketten zu schaffen.

Trotzdem kommen Forderungen auf, selber auf Energie zu verzichten. Dazu aufgerufen haben unter anderem die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und auch Habeck selber. Damit könne man die Unabhängigkeit von Russland beschleunigen.

Wie? Laut dem Umweltbundesamt (UBA) spart das Absenken von zwei Grad der Heiztemperatur etwa fünf Prozent des importierten russischen Gases ein. Würden sich auch Hotels, Gaststätten und andere Gewerbebetriebe beteiligen, wären dies sogar sieben Prozent. Das entspreche drei Milliarden Euro an Energiekosten, die sonst an Russland gehen würden und damit für das Militär eingesetzt werden könnten. Der russische Staat ist in hohem Maße auf die Einnahmen aus dem Verkauf von Öl und Gas angewiesen.

„Wenn man Putin ein bisschen schaden will, dann spart man Energie“

– Robert Habeck

Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler

Bild: B90 / Die Grünen

„Dreh am Rad!“

Eine Kampagne von Schülerinnen und Schülern der Q2 fordert genau diese Einsparungen. Damit werde auch dem Klima geholfen, sagte eine Sprecherin.

„Mit einem einfachen Dreh am Rad kann man so unmittelbar den eigenen Energieverbrauch reduzieren, die Abhängigkeit vom russischen Gas und Öl verringern und dadurch Russlands Kriegskasse schädigen. Darüber hinaus profitieren das Klima und das eigene Bankkonto von diesem geringeren Verbrauch fossiler Energien.

Die Initiative will auch der Politik zeigen, dass viele Menschen in Deutschland für Verzicht bereit sind. Gleichzeitig soll für die Menschen in der Ukraine ein Zeichen der Solidarität gesetzt werden.“

– Schülerinnen und Schüler der Q2 auf der Website www.drehamrad.eu

Ganz unkritisch wird die Idee, die Altbundespräsident Gauck als „Frieren für die Freiheit“ bezeichnete, aber nicht gesehen. Das Portal t-online titelte, dies zeuge von „purer Arroganz“ gegenüber Geringverdienern, die ohnehin einsparen müssten.

Dan Ioffe

Chefredakteur der KalkuhlSZ

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