Schule und Handys – Kann das funktionieren?

Schule und Handys – Kann das funktionieren?

Von Johanna Berkner, Dan Ioffe und Paula Becker

Fast jeder von uns hat ein Handy und dieses auch fast immer dabei, aber was meinen eigentlich die Lehrer dazu? In unserer Schule wird gerade viel über Handys diskutiert. Eine Schülerin der 6. Klasse hat dazu einen Kommentar geschrieben. Den können sie hier lesen. Anschließend veröffentlichen wir Stellungnahmen mehrerer Lehrer und vom stellv. Schulleiter HerrWittrock

Was ich denke

Ich denke, dass Smartphones soweit an der Schule erlaubt sein sollten, dass sie in den Pausen erlaubt sind. Es sollte eine Handyecke geben, wo man sich hinsetzen kann, zum Beispiel dort, wo bei uns die Bänke um die Bäume gestellt sind. Dort könnte man mit Sprühfarbe eine klare und deutliche Linie auf de Boden malen. Jeder der sich in diesem Bereich aufhält, darf sein Handy herausholen. Jeder der es woanders benutzt, wird ermahnt. Es könnte aber auch einen Chillraum geben. Ja klar, jetzt mit Corona ist das ein wenig schwierig, aber es könnte dort Sofas geben, so sich jeder hinlegen kann und vielleicht ein paar Sitzsäcke, Tische und Stühle. Jetzt kommt aber die schlechte Nachricht: dort muss es auch Regeln geben. Jeder sollte sein Smartphone mitbringen dürfen, aber auch die geeigneten Kopfhörer dabei haben, damit alle andere in Ruhe ihr Spiel genießen können. Damit es aber keinen Unannehmlichkeiten gibt, sollte es Steckdosen mit Verteilern geben, falls einem der Akku leer geht und eine Uhr, damit man nicht zu spät zum Unterricht kommt. Es gibt noch eine Seite, die berücksichtigt werden sollte und zwar sind unsere Pausen zusammen eigentliche 30 Minuten lang, das bedeutet, dass jeder Schüler pro Tag eine maximale Nutzungszeit in der Pause in diesem Raum haben sollte, damit man auch noch rausgeht, mit Freunden spielt und sonst irgendwas andere in der Realität macht. Inwiefern sollten Smartphones im Unterricht genutzt werden?

Ich sag es mal so: Fast jeder, der ein eigenes Gerät besitzt, weiß, ohne dieses gehe ich nicht aus dem Haus. Was also, wenn ein Heft vergessen wird und nur das Handy oder ein verschmierter Block zur Verfügung steht? Man muss nicht das alte und vielleicht schmuddelige Heft nutzen. Bitte den Lehrer um Erlaubnis und benutze eine geeignete App- Du kannst dort Sachen markieren, ohne dir vielleicht Stifte von deinem Sitznachbarn leihen zu müssen, falls dein Mäppchen auch noch zuhause liegt. Dann kannst du alles Mögliche eintippen, was eigentlich in dein Heft geschrieben werden würde, es später ausdrucken und einkleben. Natürlich in dein Heft! Wer weiß, ob vielleicht irgendwann für den Unterricht extra auf dem Handy oder Tablet ein Notizbuch durch den Lehrer angelegt wird und wir damit arbeiten. Vielleicht ist dies sogar unser neuer Vokabeltrainer, falls Mama und Papa weg sind und du ganz alleine zuhause bist. Auf jeden Fall würde ich mich freuen, wenn meine Ideen umgesetzt werden und es vielleicht so passiert, und bis dahin werden wir auch noch den Füller, den Tintenkiller und das schmuddelige Heft benutzen. Wer weiß, vielleicht ist es auch schon morgen so weit.

– Amely Reinhardt, 6c

Wir haben dazu Interviews mit Herrn Hammoud und Herr Villwock geführt:

Nutzen Sie im Unterricht Onlinetools und wenn ja können Sie uns welche empfehlen?

Villwock: ,,Ja, ich nutze gerne eine Webseite namens Mentometer, die ist für Abstimmungen innerhalb der Klasse online sehr gut geeignet. Außerdem nutze ich mit der Klasse 7C Microsoft Teams, womit ich auch gute Erfahrungen gemacht habe. Um mehr Tools nutzen zu können bräuchte aber jedes Kind ein Gerät.“

Hammoud: ,,Ja, ich arbeite häufig mit ,,One Note“. Das ist eine Art Onlinenotizbuch, auf das dann jeder Zugriff hat. Da kann man auch Lernvideos einstellen und solche Sachen. Außerdem halte ich generell sowohl moodle als auch Teams und Zoom für geeignete Onlinetools.

Haben Sie während der Coronazeit Zoommeetings gemacht, und was halten sie davon?

Villwock: ,,Ich fand es sehr gut alle wieder zu sehen. Auch die Arbeit in Kleingruppen, wie es bei Zoom möglich ist hat mich sehr positiv überrascht. Allerdings waren viele Schüler online viel zurückhaltender als sonst.“

Hammoud: ,,Ich habe sowohl Meetings über Zoom als auch über Teams abgehalten. Dort kann man, auf der Grundlage des Unterrichts, gute Fragerunden abhalten. Als wirkliches Unterrichtsmedium halte ich es allerdings nicht für geeignet.“

Denken Sie das Handys oder Tablets, Schulbücher oder Hefte ersetzen können?

Villwock: ,,Ich glaube schon. Vermutlich ist das alles nur eine Frage der Zeit. Man muss allerdings beachten, dass alle unsere Prüfungen darauf ausgelegt sind, dass man mit Stift, Papier und Buch arbeitet. Mit den Tablets, mit denen in der Oberstufe viele arbeiten, gibt es aber auch Kinder, die damit unbestreitbar gut sortiert sind, bei Tabellen z.B. Ich denke, dass dort in den nächsten Jahren viel passieren wird. Allerdings muss man darüber nachdenken wie man das alles finanziert, und mit welcher Software man während des Unterrichts sicher stellen kann, dass niemand mal eben kurz im Unterricht die Mails checkt.“

Hammoud: ,,Ich denke, dass man mit einem Hybridsystem am besten fährt, sprich einen Teil materiell, also mit Heft und Buch, und einen Teil auf einem Tablet, Computer oder ähnliches.Ich sehe darin eine Riesenchance, wenn jeder Schüler ein mobiles Endgerät zur Verfügung hätte.“


Zum Schluss sprechen wir mit Ingo Wittrock, er erzählt uns wie die Schulleitung die Nutzung der Geräte regeln und wie er es selbst handhabt.

Der Stellvertretende Schulleiter, Ingo Wittrock Foto: KalkuhlSZ/Dan Ioffe

Wir haben gehört, dass in Moment am Kalkuhl viel zum Thema Handys in der Schule diskutiert wird. Was können Sie uns darüber erzählen?

Wir haben bereits eine neue Regelung aufgestellt: Die Handys dürfen in den Pausen für schulische Zwecke verwendet werden.

Nutzen Sie in Ihrem Unterricht Onlinetools und wenn ja, welche?

Es gibt in manchen Fächer einige Apps, wie z.B in Physik mit denen viel digital gearbeitet wird.

Haben Sie während der Corona-Zeit Zoommeetings gemacht, und was halten Sie davon?

Zoommeetings sind für Fragen der Schüler gut geeignet, doch für richtige Lernvermittluing eher nicht. Das zumindest nach meiner Beobachtung. Allerdings stärkt es wirksam das Gemeinschaftsgefühl.

Denken Sie, dass Handys und Tablets Schulbücher und Hefte vollständig ersetzen können?

Ja, aber es ist auch eine Frage der Zeit. In der Oberstufe kann man vieles digital besser bearbeiten. Allerdings sollten Hefte nicht dadurch ersetzt werden. Handys usw. sollten meiner Meinung nach ein praktisches Hilfsmittel bleiben.

Würden Sie bei einem erneuten Lockdown wieder zu den gleichen Onlinetools greifen?

Ich denke schon. Ich habe sehr viel mit Lernvideos gearbeitet. Diese zeigten besonders gute Wirkung. Auch mehrere Apps konnte ich in Physik verwenden, mit denen man Experimente simulieren kann. Ich würde wieder Aufgaben stellen und sie per Videokonferenz besprechen.

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Die Chefredaktion der Schülerzeitung am Ernst-Kalkuhl Gymnasium Bonn.

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