Schulleitung: Masken sollen bleiben

Schulleitung: Masken sollen bleiben

Mit Amtsantritt des neuen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (CDU) ist auch eine mit Spannung erwartete Entscheidung gefallen: Die Maskenpflicht am Sitzplatz in NRW-Schulen soll weg, ab dem 2. November gilt sie nicht mehr. Dafür wird die Quarantäneregel verschärft, ungeimpfte direkte Sitznachbarn einer infizierten Person müssen in Quarantäne. Ein hoher Preis für Lockerungen, sagt die Schulleitung. Sie würde die Masken am liebsten für einige Wochen beibehalten, um eine Entscheidung auf Grundlage weiterer Daten von Bezirksregierung und Gesundheitsamt zu treffen. Die Pflicht durchsetzen kann die Schulleitung nicht. Nun appelliert sie dringend an die Schülerinnen und Schüler, die Maske weiter freiwillig zu tragen.

Ich möchte betonen, dass wir hierbei lediglich eine dringende Empfehlung mit der Bitte, sich
solidarisch zu verhalten, aussprechen können. Diese Solidarität und das hohe Verantwortungsbewusstsein unserer Schülerinnen und Schüler hat in der Vergangenheit sicher sehr dazu beigetragen, dass wir nur ganz wenige Coronafälle zu beklagen hatten. Trotz dieser Empfehlung
wird in unserer Schule selbstverständlich niemand ausgegrenzt oder gar sanktioniert, der sich auf
sein Recht, die Maske nicht tragen zu müssen, beruft.

Schulleitung

Als Gründe führt die Schulleitung stark ansteigende Infektionszahlen und geringe Impfquoten an. Starre Sitzordnungen und harte Quarantänemaßnahmen als Preis für die Aufhebung der Maskenpflicht seien zudem sehr hinderlich für den Unterrichtsbetrieb. Auch verweist der Schulleiter auf das Beispiel Bayern, wo die Staatsregierung die Maskenpflicht erst abgeschafft hatte – und nun wieder einführen will.

Dass man sich bei stark steigenden Inzidenzzahlen und insbesondere den im Erprobungs- aber
auch im Mittelstufenbereich immer noch geringen Impfquoten zu diesem Schritt entschlossen hat,
verwundert uns. (In Bayern plant man beispielsweise gerade, die dort schon entfallene
Maskenpflicht in den Schulen nach den Herbstferien wieder einzuführen.) Bedenklich stimmt vor
allem, dass der Wegfall der Masken mit deutlichen Nachteilen an anderer Stelle erkauft wird

Schulleitung

Unterstützung von Schülervertretern

Mit ihrem Appell kann die Schulleitung auf die Unterstützung der Schülervertretung zählen. Der SV-Vorstand stellte sich am Freitag hinter die Entscheidung. Sie rief dazu auf, sich und andere zu schützen, Infektionen und Quarantäne zu verhindern:

Tragt bitte weiterhin eure Masken! Lasst uns gemeinsam Infektionen und viele Quarantäne-Fälle verhindern. Wir wissen: Alle sehnen sich nach einem normalen Alltag, ohne Maske. Aber der Preis für diesen Alltag sollte nicht Quarantäne und mehr Infektionen sein, gerade in einer solchen Infektionslage, in der wir uns gerade befinden. Wer seine Maske nicht tragen will, hat keine Konsequenzen oder gar Ausgrenzung zu befürchten. Trotzdem bitten wir euch solidarisch zu sein und diese erwiesen wirksame Maßnahme einzuhalten.

Schülervertretung

Die Schulleitung sprach auch von der Position der Landesschülervertretung (LSV). Diese hatte Schulministerin Gebauer (FDP) stark kritisiert und die Aufhebung der Maskenpflicht als „grundsätzlich verwerflich“ bezeichnet. Der Schülerrat am EKG hingegen hatte noch am vergangenen Montag einen Antrag der SV, die Maske mit Ausnahme von Arbeiten und Klausuren beibehalten zu wollen, mit 7 von 17 Stimmen abgelehnt. Ein Sprecher der SV bedauerte diese Entscheidung und verwies auf viele Enthaltungen und fehlende Delegierte.

Dan Ioffe

Chefredakteur der KalkuhlSZ

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