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SV: Russischstämmige tragen keine Verantwortung für Angriffskrieg

SV: Russischstämmige tragen keine Verantwortung für Angriffskrieg
Proteste gegen Putins Angriffskrieg

Im Zuge des russischen Angriffskrieges in der Ukraine gibt es Berichte über Anfeindungen von Menschen mit russischen Wurzeln in Deutschland. Nun sammelt sich die Kritik an solchen Ereignissen. Auch die Schülervertretung am Ernst-Kalkuhl Gymnasium schrieb am Samstagnachmittag auf Instagram: „Trotz der Ereignisse in der Ukraine, ist es wichtig zu bedenken, dass die meisten Russischstämmigen in Deutschland nichts mit den Verbrechen des Putin-Regimes zu tun haben.“ Die Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion trügen keine Verantwortung für diese Lage und jegliche Anfeindungen seien zu verurteilen, so die Schülersprecher. In der gleichen Mitteilung schrieb die SV:

Der Krieg in der Ukraine beschäftigt uns täglich. Die Russische Föderation vergeht sich mit ihrem Angriffskrieg an einem souveränen Staat und seiner Bevölkerung. Präsident Putin trägt die Verantwortung für grausames Leid, das unsere Mitmenschen in der Ukraine ertragen müssen.

Bereits kurz nach Kriegsbeginn hatte sich die Schülervertretung mit der Bevölkerung in der Ukraine solidarisiert und den russischen Einmarsch als „verbrecherische Invasion“ bezeichnet.

Faeser: Das ist Putins Krieg

Auch die Politik warnte vor Anfeindungen gegen Menschen mit russischen Wurzeln. Bundesinnenministerin Nany Faeser (SPD) sagte der Deutschen Presseagentur: „Der entsetzliche Angriffskrieg gegen die Ukraine ist Putins Krieg. Es ist nicht der Krieg der Menschen mit russischen Wurzeln, die in Deutschland leben. (…) Wir wehren uns ganz entschieden dagegen, dass Menschen aufgrund ihrer russischen Herkunft oder Sprache angefeindet oder diskriminiert werden.“ Die Demonstrationen gegen den Krieg seien bisher friedlich und gesellschaftlich unterstützt, sagte die Politikerin. Das solle so bleiben. Die Sicherheitsbehörden würden „jeden Menschen in Deutschland und jede Einrichtung gleichermaßen schützen“, versicherte Faeser.

Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) warnte vor dem Boykott russischer Kunst und Kultur. „Die so vielfältige wie reichhaltige russische Kultur ist Teil des europäischen Kulturerbes und der europäischen aktuellen Kultur“, sagte die ehemalige Bundestagsvizepräsidentin. Man werde nicht zulassen, dass diese durch Putin instrumentalisiert werde. Roth äußerte Unterstützung für die „vielen mutigen Künstlerinnen und Künstler“, die sich gegen den russischen Staatspräsidenten einsetzten.

Angriffe auf russische Läden

Zuletzt wurden überall in Deutschland Anfeindungen gegen russischstämmige Menschen in Deutschland gemeldet. Die „Mittelbayerische“ Zeitung berichtete über den Schriftzug „Putin Mörder“ vor einem russischen Geschäft. Der Norddeutsche Rundfunk meldete verstärkten Hass auf russische LKW-Fahrer. Viele Supermarktketten nahmen russische Produkte aus ihrem Sortiment, was ebenfalls auf Kritik stieß. Bei den Paralympics die gestern im chinesischen Beijing eröffnet wurden, dürfen russische Athleten nicht antreten. 

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Redaktion der KalkuhlSZ

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