Was gibt es für Ideen gegen den Klimawandel?

Was gibt es für Ideen gegen den Klimawandel?
Mit Schwefel gegen den Klimawandel?

Künstliche Bäume an der Autobahn, die das ausgestoßene Co² filtern, oder in einer Höhe von etwa 15 bis 20 Kilometern Spezialflugzeuge oder Heißluftballons einsetzten, die 1,5 Millionen Tonnen feinste Schwefelpartikel verteilen, um so die Sonneneinstrahlung auf die Erde zu verringern. Das sind Geoengineering-Ideen.

Doch zuerst einmal, was heißt Geoengineering überhaupt?

Geoengineering wird als ein Überbegriff für Methoden und Technologien benutzt, die beabsichtigen, das Klimasystem bewusst zu verändern, um Folgen des Klimawandels zu schwächen.

Was für Beispiele für solche Geoengineering-Ideen gibt es denn?

1: Wenn ein Vulkan ausbricht, wird massenhaft Schwefel in Form von Schwefeldioxid in die Erdatmosphäre geworfen. Dort oben wirken diese wie ein Sonnenschirm – sie halten einen Teil des Sonnenlichts zurück, und auf der Erde wird es ein paar Jahre lang deutlich kühler. Das passiert aber nur nach besonders großen Ausbrüchen, zum Beispiel dem des Pinatubo im Jahr 1991 auf den Philippinen. Damals wurde eine Wolke von 17 Millionen Tonnen Schwefel in die Atmosphäre geschleudert. Schwefeldioxide oxidierten zu kleinen Schwefelsäure-Tröpfchen. Die Temperatur sank damals weltweit um 0,5 Grad Celsius.

Das hört sich zwar gut an, eine allgemeine Lösung wird das allerdings nicht – denn vom Klimawandel sind Gebiete wie z.B.: der Nord/Süd-Pol betroffen. Auch wenn die Sonne abgehalten wird und die Erde generell kälter wird, verändert es an Gebieten mit wenig Sonnenlicht so gut wie gar nichts. Für Tropen oder Wüstengebiete hört sich das allerdings weiterhin plausibel an…

Nun nicht so ganz. Wie man beim Pinatubo Ausbruch im Jahr 1991 sehen konnte, kühlte der Schwefel nicht nur das Klima ab, sondern zerstörte auch große Teile der Ozonschicht. Die Ozonschicht (Ozon = O³) blockiert einen großen Teil der Sonnenstrahlen und verhindert, dass zu viel ultraviolette Strahlung die Erde erreicht. Was man hier trotz alledem nicht vergessen sollte ist, dass das „gerade einmal“ mehrere Milliarden US$ kosten würde. Viele Wissenschaftler schlagen daher vor, es mit anderen Aerosolen als Schwefel zu versuchen.

2: Eine weitere Idee, die zugegeben ein wenig nach Sciencefiction klingt, ist eine riesige Kunststoffscheibe, die die Sonnenstrahlen teilweise zurückspiegeln soll. Es würde natürlich nicht eine einzige große Scheibe, sondern viele Millionen kleine Teile um die Erde angelegt werden – die Erde eingewickelt in eine 100.000 Kilometer langen Kunststoff Teppich. Abgesehen von den immensen Kosten, die dieses Projekt mit sich tragen würde, wäre es ebenfalls nur eine halbe Lösung – die Tropen kühlen ab, die Nordregionen fangen an zu schmelzen. Die Regierung der USA hat die Idee allerdings tatsächlich geprüft und sind dann auf mehrere Billionen US$ kosten gekommen. Versteht mich nicht falsch, würde der Spiegel tatsächlich den Klimawandel stoppen, wäre diese riesige Investition auf jeden Fall ihren Preis wert.

3: Künstliche Bäume sind meiner Meinung nach eine der interessantesten Ideen. Es gibt viele Variationen dieser Idee, eine davon ist folgende: Man stellt viele solcher künstlichen Bäume neben Autobahnen auf. Diese saugen dann CO² (egal wie alt, d. h. nicht nur von den vorbeifahrenden Autos) ein. Dieses wird dann im Untergrund gelagert. Solche „Bäume“ könnten nach aktuellen Umsetzungsmöglichkeiten und Ideen etwa 10 Tonnen Co² pro Tag einsaugen. Aber auch hier nicht zu vergessen – diese Bäume wären extrem kostspielig.

4: Reflektierende Dächer. Das mag sich jetzt für den ein oder anderen komisch anhören. Reflektierende Dächer? Sonnenkollektoren sind da doch viel besser, diese nutzen ja die Energie, statt sie zurückzuwerfen. Aber nein. Wie viele vermutlich wissen, reflektieren helle Flächen Sonnenstrahlung und verhindern so, dass die Energie auf der Erde bleibt, während dunkle Flächen diese absorbieren und sich dadurch aufheizen. Es wird immer noch nach einem perfekten Material dafür gesucht. Aber sollte es funktionieren, würde man dadurch das aufheizen vieler Städte verlangsamen können.

Eine weitere Idee dazu sind weiße Städte. Weiße Städte mit weißen Dächern, Häusern, Straßen und vielem mehr, die das Sonnenlicht ins All reflektieren. Vorbilder dafür gibt es bereits. Es sind Dörfer, deren weiße Häuser im Sommer kühl bleiben. Einige Wissenschaftler, darunter Hashem Akbari, behaupten andere helle Farben hätten denselben Effekt.

5: Algen. Die Idee ist einfach: Algen benötigen Kohlenstoffdioxid um zu wachsen. Wenn man die Meere mit Eisensulfat düngt passiert Folgendes: Die Algen hohlen CO2 aus der Atmosphäre und saugen dieses auf, wenn sie sterben nehmen sie das aufgesaugte CO2 mit auf den Boden. 2009 wurde die 70 Tage lange Expedition LOHAFEX gestartet. Man düngte 300.000 km² Wasser mit Eisensulfat. Das Ergebnis der Expedition war allerdings wenig erfreulich. Es stellte sich heraus, dass nur Kies Algen das CO2 versenken können, da die anderen weniger robusten Algen vor ihrer Blüte vom Ruderfußkrebs gefressen wurden. Diese Idee ist also in der Theorie durchaus plausibel, ihre Umsetzung bislang allerdings nicht möglich.

Danke fürs Lesen! Falls sie sich für weitere Theorien interessieren gibt es noch einiges auf Wikipedia z.B.: unter (klick)

Sende
Benutzer-Bewertung
5 (1 Stimme)

Leon Ioffe

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.